www.impp.de

Mega-Feedback-Tag

Prüfungsergebnisse: Mehr Feedback bitte!

Ist die Prüfung geschafft, lässt die erste Anspannung nach. Nun ist Geduld gefragt bis die Ergebnisse da sind. Doch mit einem einfachen „Bestanden“ oder „Nicht bestanden“ ist es nicht getan. Prüfungskandidaten wollen wissen: Wie habe ich abgeschnitten? Was war besonders gut? Und: Was muss ich besser machen?

Doch was wünschen die Studierenden sich für die Rückmeldung? Genau dieser Frage ist das IMPP am „Mega-Feedback-Tag“ am 11. Dezember in Mainz nachgegangen. An der Veranstaltung nahmen die beiden international renommierten Experten auf dem Gebiet der Prüfungsforschung Professor John Norcini aus Philadelphia und Professor Ara Tekian aus Chicago sowie 35 Medizinstudierende von 20 Fachschaften aus ganz Deutschland teil.

Feedback kann – gerade beim Lernen – entscheidende Impulse setzen. John Norcini zeigte in seinem Vortrag die Grundlagen eines erfolgreichen Feedbacks und die Chancen, die darin liegen, auf. Gutes Feedback ist konkret, individualisiert und gibt Rückmeldung über den eigenen Leistungsstand im Bezug zu der erwartenden Performanz.

 

 

Prof. Ara Tekian, Professor and Director of International Affairs at the Department of Medical Education (DME), and the Associate Dean for the Office of International Education at the College of Medicine, the University of Illinois at Chicago (UIC),

https://chicago.medicine.uic.edu/departments/academic-departments/medical-education/dme-faculty-staff/name/ara-tekian/

Foto: Jenny Fontaine https://today.uic.edu/excellence-in-teaching-ara-tekian

Prof. John Norcini, retired President and CEO of the Foundation for Advancement of International Medical Education and Research (FAIMER®), Philadelphia / Foto: https://www.faimer.org/news/2018/09/faimer-president-john-norcini-announces-retirement/

Workshop: Welches Feedback wünschen sich Examenskandidaten zur Prüfung?

Im zweiten Teil des „Mega-Feedback-Tags“ waren die Studierenden gefragt: Gemeinsam erarbeiteten sie, welche Rückmeldungen zu Prüfungen aus ihrer Sicht hilfreich für den weiteren Karriereweg als Ärztin oder Arzt wären. Konkret ging es dabei um Feedback:

  • zum schriftlichen Teil des ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung
  • zum schriftlichen Teil des zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung
  • zur OSCE-Prüfung und zur OSPE-Prüfung
  • zur strukturierten mündlich-paktischen Prüfung am Patienten

Fazit: Bei der Ergebnispräsentation wurde deutlich, dass den Studierenden u.a. folgende Punkte bei einem Feedback besonders wichtig sind:

  • Übersicht der Schwierigkeit der Fragen (statistisch & gewertet) und vergleichende Darstellung des individuellen durchschnittlichen Abschneidens im Vergleich zur Gesamtkohorte
  • Taxonomie nach Bloom: Einteilung der Aufgaben in Untergruppen basierend auf dem Kompetenzlevel und vergleichende Darstellung des individuellen durchschnittlichen Abschneidens im Vergleich zur Gesamtkohorte bei diesen Untergruppen
  • Einteilung der Aufgaben nach:
    • Fächern
    • Organsystemen
    • Kapitel im Gegenstandskatalog
    • longitudinalen, übergeordneten Kompetenzen
  • „Red Flags“: vergleichende Darstellung des individuellen durchschnittlichen Abschneidens im Vergleich zur Gesamtkohorte bei Red-Flag-Aufgaben versus anderen Aufgaben
  • Gewichtung der Fragen: Angabe zur Punktzahl pro Frage sowie eine vergleichende Darstellung des individuellen durchschnittlichen Abschneidens im Vergleich zur Gesamtkohorte bei Aufgaben mit unterschiedlicher Punktwertung
  • Fragenformate: vergleichende Darstellung des individuellen durchschnittlichen Abschneidens im Vergleich zur Gesamtkohorte bei Aufgaben mit unterschiedlichen Prüfungsformaten
  • Option anzugeben, ob die Prüfungsaufgabe nach eigener Einschätzung „geraten“ bis „sicher“ beantwortet wurde